Männliche Kosmetik

Magazin der Hausfrau, 1958

Magazin der Hausfrau

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Bildnachweis mit freundlicher Genehmigung der E. Albrecht Verlags-KG

Für die Herren der Schöpfung waren die Wirtschaftswunderjahre nicht nur eine Zeit des Aufstiegs und Erfolgs, offenbar gaben sich die Frauen damals auch mit der rudimentären Pflege und Kosmetik ihrer Männer zufrieden. Während heute Drogererien und Parfumerien mit kompletten Pflegelinien für die männliche Bevölkerung aufwarten, reichte in den 1950er Jahren Seife, eine harte Bürste und etwas Kölnisch Wasser. Lesen Sie selbst:

Ein wenig männliche Kosmetik

Wenn eine Frau einen Mann betrachtet, so wird sie es zwar wohlwollend vermerken, daß er gepflegt wirkt, aber es wird ihr dabei doch nicht gleich der Gedanke kommen, daß und was er wohl für Kosmetik betreibt; denn dieses Wort ist ja so sehr ein Begriff weiblicher Schönheitspflege.

Zudem betrachteten wir Frauen dieses reizende Spiel mit zierlichen Flakons, schneeigen Cremes und wohlduftenden Salben als ausgesprochen weibliches Reservat. Es galt bislang als „unmännlich“, wenn sich der Herr der Schöpfung, was seine Körperpflege betrifft, für mehr interessierte als ausschließlich für den Rasierapparat. Männer sollen erfolgreich sein – diesen Erfolg verdankt er zwar in erster Linie seiner Tüchtigkeit, aber nebenbei auch seiner Gepflegtheit. So würden Sie wohl auch entscheiden, wenn Sie unter zwei Bewerbern, von denen der eine gepflegt, der andere ungepflegt wirkt, zu wählen hätten.

Noch dazu, wo die Männer von der Mode nicht so gut behandelt werden wie wir, wollen wir sie doch geradezu ermutigen zu dem Vorstoß auf das Terrain der Kosmetik, was ja in diesem Falle nichts anderes bedeutet als zweckmäßige Körperpflege.

Außerdem verlangt die arme, täglich geschabte männliche Wange nach einer kosmetischen Besänftigung in Gestalt von dezent riechendem Rasierwasser, und bei den kurzen Haaren ist ein wenig Pflege doch auch durchaus unerlässlich. Und so ist ein gutes Kopfwasser sehr zur Freude seiner Kopfhaut.

Ob man einem Mann mit einem dezenten Kölnisch Wasser beschenken kann, das ist eine Sache des ganz persönlichen Geschmackes. Aber wenn er nun im dicken Wintermantel in der überfüllten Straßenbahn steht oder im Theater sitzt, das bis auf den letzten Platz ausverkauft ist; immer wird er sich frisch und sicher fühlen gegenüber anderen.

Und da ist dann noch die besondere Seife oder eine große, harte Bürste, die „Er“ gerne in der Badewanne verwendet – das ist doch alles sehr begrüßenswert.

Übrigens – der Bundestag hat doch das Gleichberechtigungsgesetz beschlossen – und so wollen wir Frauen den Männern gerne diese Gleichberechtigung auf dem Gebiet der Körperpflege einräumen. Denn schließlich – wir Frauen profitieren ja auch recht wesentlich davon, wenn unser Mann sich pflegt…


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