Die Bedrohung des Herzens

Magazin der Hausfrau

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Bildnachweis mit freundlicher Genehmigung der E. Albrecht Verlags-KG

Nr. 1195, 27. April 1958

Der folgende Text beweist, dass die Ursachen und Präventionmaßnahmen für den Herzinfarkt schon den 50er Jahren recht genau bekannt waren. Erstaunlich ist auch, dass die Gefahren durch Überarbeitung, Stress und zu wenig Erholung bereits damals zum Begriff der "Managerkrankheit" führte. Die detaillierte Beschreibung der Infarktsymptome zeigt nicht nur die tatsächliche Relevanz des Themas in den Zeiten des ausschließlich positiv dargestellten Wirtschaftswunders. Der Text in einem „Magazin der Hausfrau“ ist ein bezeichnendes Beispiel dafür, dass man die Aufklärung dieser Gefahren zielgruppengerecht direkt an die Adresse der Leserinnen als Ehefrauen der gefährdeten Männer richtete.

Die Bedrohung des Herzens

Unter den Zeitkrankheiten, die man ach mit Managerkrankheit bezeichnet, gelten der Herzinfarkt wie auch der Schlaganfall als die bedrohlichsten, und es steht sehr ernst um einen Menschen, der davon betroffen wird. Durch Maßhalten aber und eine ausgewogene, vernünftige Lebensführung kann man diesen Krankheiten, die an den Kern des Lebens gehen, von vornherein steuern.
Der Herzinfarkt ist immer ein ernstes Krankheitsbild, denn fast die Hälfte der Betroffenen stirbt im ersten Anfall. Überlebt der Kranke den ersten Anfall, dann besseren sich mit jedem Tag die Heilungsaussichten.
Zunächst einmal: wie sind die körperlichen Zusammenhänge? Der Herzmuskel muß, um alle an ihn gestellten Anforderungen erfüllen zu können, immer ausreichend mit Blut, das ihn ernährt, versorgt werden. Diese Aufgaben haben die beiden Kranzgefäße, die aus der großen Körperschlagader, der Aorta, entspringen. Wird die Durchblutung des Herzens durch Erkrankung der Kronaterien gestört, dann kommt es zum Herzinfarkt. Sein Hauptssymptom ist der Herzschmerz, der als Brennen, Krampf oder Bohren auftritt und vom Brustbein nach links, vorwiegend in den Arm und die Schulter, ausstrahlt. Bei jedem Anfall von Herzschmerz, der länger als eine halbe Stunde dauert, muß an einen Herzinfarkt gedacht werden. Gleichzeitig ist der Patient von einem Angstgefühl gepeinigt;  Atemnot, Unruhe, Schweißausbruch, Schwindel und Ohnmachtsgefühl geben dem Krankheitsbild etwas Bedrohliches. Das Gesicht ist blaß, Arme und Beine sind kühl, die Lippen nehmen eine blaurote Farbe an. Hier ist sofort ärztliche Hilfe notwendig!
Das gefährliche Stadium nach Herzinfarkt dauert ungefähr eine Woche, in der immer noch Gefahr besteht, daß das Herz aussetzt. Da das Ausheilen eines Infarktes etwa sechs Wochen braucht, muß der Patient in dieser Zeit unbedingt strenge Bettruhe einhalten. Danach ist er noch ungefähr ein halbes Jahr arbeitsunfähig, weil die Leistung des Herzens stark gemindert ist.
Bei alten Menschen treten die Symptome nicht so stürmisch auf wie bei jungen Menschen. Besonders gefährdet aber sind Männer zwischen 50 und 60 Jahren, Frauen werden seltener davon betroffen.
Die Entstehung des Herzinfarktes kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie Veranlagung und Lebensalter; durchgemachte Erkrankungen wirken ebenfalls begünstigend, ebenso Operationen, Wettereinflüsse, Unfälle, psychische Schädigungen und Herderkrankungen. Vor allem aber übt die Lebensführung einen entscheidenden Einfluß auf das Auftreten des Herzinfarktes aus. Hast und Unruhe unserer Zeit, berufliche Überbelastung ohne entsprechende Erholung, Ernährungsfehler, abnormer Genußmittelverbrauch und seelische Konflikte – das alles sind Belastungen, die zum Infarkt führen können. Vermeidung und Verminderung aber der angeführten, schädigenden Einflüsse wirken vorbeugend gegen den Infarkt, im Zusammenwirken mit einer intensiven Körper- und Gesundheitspflege.
Ausreichende Ruhepausen in der Nacht und im Urlaub, mäßige Ernährung, Atemgymnastik, Bürstenbäder und Massagen vermögen die Lebensaussichten wesentlich zu verbessern. Dazu kommt auch natürlich noch, daß es unbedingt notwendig ist, die seelischen Konflikte und Probleme zu lösen, sonst belasten sie das Herz. Man spricht nicht umsonst von einem Alpdruck, wenn einer Kummer hat, der dann geradezu körperlich spürbar auf dem Herzen lastet.


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